4. Juni 2026
Veröffentlichungsreihe – 3 von 24 Insights
Kriege, bewaffnete Auseinandersetzungen und Provokationen weltweit strotzen: Ukraine, Israel, Iran und Venezuela sind nur die Speerspitze und führen zu einer dramatischen Änderung der geopolitischen Lage. Das hat Auswirkungen auf Lieferketten, den Energiemarkt, diplomatische Beziehungen, Menschenrechte und die gesamte internationale Ordnung.
Berichterstattungen über Krieg und Beschaffung von Kriegsmaterial sind so normal geworden wie Berichte über die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts; Begriffe wie “Kriegstüchtigkeit” und “Zeitenwende” prägen die öffentliche Debatte. Der Verteidigungssektor ist längst (und zum Glück) nicht mehr in der Schmuddelecke, sondern steht im Rampenlicht der Wirtschaft und erfährt einen starken Zulauf neuer Unternehmen und Fachkräfte. Für althergebrachte Rüstungsunternehmen eine Selbstverständlichkeit, für “die Neuen” aber vielleicht nicht: Wer in der Verteidigungsindustrie erfolgreich agieren will, benötigt nicht nur einen sinnvollen wirtschaftlichen Ansatz, sondern nicht weniger eine klare politische Strategie.
Die Zeiten, in denen die Politik Jahrzehnte über die Beschaffung neuer Schiffe oder Flugzeuge diskutierte, der anschließende Vergabeprozess und die tatsächliche Anschaffung dann jeweils noch einmal vielzählige Jahre dauerten, sind längst vorbei. Kein Land, schon gar nicht aktive Kriegsparteien, können sich langwierige politische und Beschaffungsprozesse leisten; hier geht es vor allem darum: Wer kann wann wie viele Deliverables in den Konflikt einbringen. Nichtsdestotrotz darf dieser Umstand nicht dazu führen, dass das bestehende rechtliche Rahmenwerk ausgesetzt wird: Exportkontrolle, Vergaberecht sowie Sicherheitsüberprüfungen und Geheimschutzverfahren gibt es nicht ohne Grund. Es ist deshalb unerlässlich, dass Unternehmen ein tiefes Verständnis der Rechtsgrundlagen, aber auch der politischen Prozesse haben.
Wer entscheidet über die Beschaffung von Drohnen, was sind 25-Millionen-Euro-Vorlagen, wie hole ich (politische) Kritiker ins Boot und wie ergänzt oder stärkt man durch sein wirtschaftliches Handeln die sicherheitspolitische Strategie von Deutschland und Europa? Apropos Europa: Welchen Stellenwert haben die europäischen Institutionen hierbei, welche Programme gibt es auf europäischer Ebene und wie verlaufen die politischen Entscheidungswege in Brüssel?
Das sind Fragen, die oftmals nicht oder zu spät beantwortet werden, aber relevant sind, um regulatorische und politische Hürden frühzeitig zu erkennen und unternehmerische Interessen wirksam in den politischen Entscheidungsprozess einzubringen.
Aus unserer täglichen Praxis wissen wir, zu welchem Zeitpunkt politisches Know-how von besonderer Relevanz ist.
Politische Entscheidungsprozesse durchlaufen typischerweise mehrere Phasen – von der öffentlichen Diskussion über den Entwurf eines ersten Referentenentwurfs eines Gesetzes, der interministeriellen Abstimmung, meist einer öffentlichen Verbändeanhörung bis hin zur parlamentarischen Beratung im Deutschen Bundestag, den Fach-Ausschüssen und dem Bundesrat. Wir sehen oft, dass der politische Angle zu spät betrachtet wird, und wenn er dann in den Fokus der Entscheidungsträger rückt, eine Fehlvorstellung hinsichtlich der Vorgehensweise und der anzusprechenden Personen vorliegt. Wer seine Interessen wirksam vertreten will, muss wissen, wann und bei wem politische Ansprache am effektivsten ist.
Der Verteidigungssektor ist wie kaum ein anderer Bereich von politischen Entscheidungen geprägt, sodass professionelle Public Affairs-Beratung kein optionaler Zusatz, sondern eine strategische Notwendigkeit ist. Die aktuelle Dynamik – steigende Verteidigungsbudgets, europäische Beschaffungsinitiativen und schnelle politische Initiativen – führt zu mehr Agilität, ggf. bis zur (positiven) Disruption in der Verteidigungsindustrie. Wenn sich Unternehmen hinsichtlich der politischen Implikationen professionell beraten lassen, bietet sich enormes Potenzial, politische Prozesse aktiv und zum Wohle der Unternehmensentwicklung mitzugestalten.
Überzeugende Public-Affairs-Arbeit benötigt mehr als Kommunikation, sie muss auch inhaltlich überzeugen. Taylor Wessing verbindet juristische Expertise, fundiertes Verständnis politischer Abläufe und greift auf ein breites Netzwerk von Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern in Politik, Verwaltung und Verbänden zurück. So können wir Sie nicht nur rechtlich auf höchstem Niveau beraten, sondern unterstützen Sie mit unserer Expertise auch bei der politischen Positionierung, um einen ganzheitlichen Erfolg zu erreichen.
Das konkrete Leistungsspektrum umfasst unter anderem:
4. Juni 2026
von Dr. Martin Jäger
12. Mai 2026
21. April 2026
von mehreren Autoren
19. Januar 2026
8. Januar 2026
17. Dezember 2025
15. Dezember 2025
1. Dezember 2025
von Timo Stellpflug
9. Oktober 2025
8. September 2025
29. August 2025
von mehreren Autoren
28. Juli 2025
24. Juli 2025
von mehreren Autoren
17. Juli 2025
von mehreren Autoren
9. Juli 2025
von mehreren Autoren
Timo Stellpflug provides an overview of the EU Space Act proposal.
4. Juli 2025
von Timo Stellpflug
25. Juni 2025
13. Juni 2025
von Dr. Michael Brüggemann, Johannes Schaadt-Wambach, LL.M. (Prag)
11. Juni 2025
23. Mai 2025
von Timo Stellpflug